Holz - na klar!
„Holz- na klar!“ werden Sie vielleicht sagen. Aber bei den Hölzern gibt es Unterschiede, denn nicht jedes Holz hat die gleiche Qualität und taugt zum ÖkoMöbel, wie wir es definieren.
Auf der Erde gibt es ca. 40.000 bekannte Baumarten, von denen jedoch nur ein Bruchteil in den Holzhandel gelangt. Nur ungefähr 200 dieser gehandelten Hölzer werden letztendlich für den Möbelbau verwendet.
Übersicht wichtigste Hölzer
Buche findet im ökologischen Möbelbau die häufigste Verwendung, da sie leicht zu verarbeiten und qualitativ hochwertig ist. Durch den mechanischen Vorgang des Dämpfens erhält die Buche eine höhere Formstabilität, da Buchenholz von Natur aus stark arbeitet. Vor allem ist es durch seine zarte Farbe und dezente Maserung mit vielen vorhandenen Wohnungseinrichtungen kombinierbar, ohne zu dominieren. Die Erle hingegen ist deutlich lebhafter in der Maserung und setzt dadurch stärkere Akzente bei der Möblierung. Kirsche ist noch hochwertiger und verleiht eine edle Note. Birke und Ahorn wirken durch die helle Farbe leicht und modern und werden häufig in Kombination mit dunkleren Hölzern verarbeitet.
Kernbuche, also das Innere der Buche, wurde jahrelang nicht für den Möbelbau verwandt, da das rötliche Holz als viel zu stark und ausgefallen gemasert angesehen wurde. Aber mal im Ernst: warum sollte Holz so aussehen wie Kunststoff ?! Holz ist ein lebendiger Werkstoff aus der Natur, und jedem Möbelstück aus rotkerniger Buche sieht man die lebendige Vergangenheit an. Jedes Stück ein Unikat, keine Maserung gleicht sich, Verwachsungen und Unregelmäßigkeiten machen die Individualität des Möbels aus. Nussbaum gewinnt zunehmend mehr Bedeutung, doch viele sind unsicher, wie z.B. ein ausgefallenes Nussbaum-Bett kombiniert werden kann. Es kann hervorragend kombiniert werden, sehr edel ist z.B. eine Zusammenstellung mit anderen Möbeln aus hellem Holz, wie z.B. Ahorn!
Je nach Oberflächenbehandlung, also Ölen oder Wachsen, können sich verwandte Holzarten auch durchaus im Ton annähern: nichts spricht also dagegen, z.B. Buche mit Erle in einem Raum zu kombinieren. Ausgefallen sind Obsthölzer wie das fast violette Pflaumenholz: der verwertbare Anteil an diesen Hölzern ist jedoch gering und so wären ganze Möbel aus diesem Material sehr kostspielig. Daher werden sie eher zur farblichen Auflockerung verwendet.
Weichhölzer wie Tanne, Kiefer oder Fichte werden zum größten Teil im Mitnahmemöbel-Bereich eingesetzt, da sie günstiger sind als Buche oder andere Harthölzer. Es gibt es aber auch hochwertige, langsam wachsende Kiefer, die sehr haltbar ist, diese findet man aber zumeist nur im qualifizierten Fachhandel. Allerdings können die holzeigenen, natürlichen Inhaltsstoffe dieser Weichhölzer, die sog. Terpene (= natürliche Lösemittel) bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, denn sie liegen bei Weichhölzern in höherer Konzentration vor als bei anderen Hölzern und werden an die Raumluft abgegeben. Hier ist es wichtig, welche Oberflächenbehandlung verwendet wird. Sicherheit verschafft am besten ein Prüfsiegel.
Nicht immer ist es möglich, Holz aus heimischer Forstwirtschaft zu beziehen (darunter ist nicht allein die deutsche, sondern die europäische Forstwirtschaft zu verstehen – im Gegensatz z.B. zu den amerikanischen oder tropischen Urwäldern. Unter ökologischen und Umweltschutz-Gesichtspunkten ziehen wir vom Europäischen Verband ökologischer Einrichtungshäuser das jedoch vor: es ist weniger Energie notwendig durch kurze Transportwege, und die europäische Forstwirtschaft, besonders die deutsche und skandinavische, achtet seit längerem schon auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.
In Deutschland gibt es derzeit zwei `Fraktionen` zum Thema Nachhaltigkeits-Zertifizierung. Beide nehmen es sehr genau mit der behutsamen Entnahme von Bäumen und der sorgfältigen Wiederaufforstung. Unterschiede gibt es allerdings bei der Verwendung von Pestiziden, dem Ausweisen von geschützten Erholungsgebieten, d.h. Gebieten, die nicht wirtschaftlich genutzt werden und anderen sozialen Belangen. Bei Tropenholz wird mittlerweile auf eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung im Sinne von FSC (Forest Stewardship Council) geachtet. Das Angebot an heimischen Hölzern mit Zertifikat von FSC oder Naturland wäre vorhanden, aber viele Hersteller scheuen noch die Umstellung, da sie mit Kosten verbunden ist. Hier kann Ihre verstärkte Nachfrage Impulse geben.
Vom Vollholz zur Spanplatte: Holzwerkstoffe